Was ist eine Patenschaft beim
„Sehpferdchen – Filmfest für die Generationen?“

Patenschaften sind ein zentrales Angebot des Bereiches „Sehpferdchen aktiv“, der von der Medienpädagogin Adele Mecklenborg geleitet wird. Teilnehmen können Grundschulklassen.

Etwa sechs bis acht Wochen vor dem eigentlichen Filmfest können sich die Klassen einen Kinderfilm aus dem Hauptprogramm aussuchen, um sich intensiv mit ihm zu beschäftigen. Im ersten Schritt wird der Film gemeinsam in der Schule gesichtet. Die Kinder beraten dann, was ihnen besonders gefällt oder auch, was noch im Verständnis geklärt werden muss. Als nächstes wird eine Idee entwickelt, wie ein eigener Videofilm aus dieser Anregung entstehen kann. Es kann eine Episode oder der Schluss des gesehenen Filmes weitergesponnen werden. Häufig wird das Hauptthema des Filmes aufgegriffen und mit einer eigenen Geschichte oder in der Art eines Magazins dargestellt. Es können also Erzähl- oder Dokumentarformen entstehen, durchaus auch als Trickfilme.

Nach technischen und gestalterischen Anleitungen wird der Film vollständig von den Kindern selbst produziert. Sie sind Darsteller, Aufnahmeteam und machen den Schnitt und die Vertonung. Für den gesamten Prozess werden etwa 12 bis 16 Unterrichtsstunden benötigt.

Jeder so entstandene Patenfilm hat seine Premiere im Kino als Vorfilm zum Hauptfilm, von dem er angeregt wurde und zu dem er Stellung nimmt. Im Kino sind die Klassen als Gäste dabei. Sie werden dem Publikum vorgestellt, zur Entstehung ihres Werkes befragt und mit Urkunden und einer Sehpferdchen-Figur gewürdigt.

Im Rahmen des Filmfestes wird der Vorfilm bei jeder weiteren Vorstellung des Hauptfilms gezeigt. Im sogenannten Familienprogramm um 18 Uhr haben auch Eltern und Freunde Gelegenheit, die Filme zu sehen.

Außerdem werden die Patenfilme den Kindern auf DVD übergeben und auf der Website www.filmfest-sehpferdchen.de eingebunden. Die Patenschaften gibt es beim Sehpferdchen seit 2002. Jedes Mal beteiligten sich fünf bis acht Schulklassen.

Weitere Kreativprojekte zum Sehpferdchen entstehen in den Einrichtungen der Stadtteilkultur in Hannover. Auch hier gehen die Anregungen von Filmen aus, die jedoch nicht im aktuellen Programm des Filmfestes sein müssen. Offene Kindergruppen werden hier von Künstlerinnen und Künstlern angeleitet. So entstehen nicht nur Videofilme, sondern auch Objekte oder Bilderfolgen aus unterschiedlichem Material und in einer Fülle von Gestaltungsformen. Alle Ergebnisse werden beim Sehpferdchen präsentiert als Ausstellungen im Foyer, als Vorfilme oder in einem Sonderprogramm auf der großen Leinwand des Kinos im Künstlerhaus Hannover.

Diese Stadtteilprojekte entstehen in Kooperation mit der Landeshauptstadt Hannover, Fachbereich Kultur, Abteilung Stadtteilkultur. Beim jedem Sehpferdchen gibt es etwa vier bis sechs solcher Projekte.